Dr. Schweitzer, Albert (1875 - 1965 )


Dr.

dt./frz. Arzt, Musiker, Theologe (evgl.), Philosoph und Friedensnobelpreisträger

* 14.1.1875 in Kaysersberg, Frankreich
4.9.1965 in Lambaréné, Gabun

Biographie:

Ludwig Philipp Albert Schweitzer wurde am 14. Januar 1875 in Kaysersberg, damals Deutschland, als zweites Kind von Ludwig Schweitzer geboren. Sein Vater war Pfarrverweser in der hiesigen Gemeinde und seine Mutter Adele, geb. Schillinger, Tochter eines Pfarrers. Schon kurz nach der Geburt zog die Familie nach Günsbach, wo er auch zunächst zur Schule ging. 1893 legte er sein Abitur in Mühlhausen ab und studierte an der Universität in Straßburg Theologie und Philosophie. Erstes Theologisches Examen 1898. Nebenbei studierte er in Paris Orgel bei Charles-Marie Widor und Klavier bei Marie Jaëll.
1899 erfolgte an der Berliner Friedrich-Wilhelms Universität die Promovierung zum Dr. phil., 1902 die Habilitation in evangelischer Theologie an der Universität Straßburg.Dadurch wurde er dort gleichzeitig Dozent für Theologie. 
Seit 1898 Lehrvikar und nach der zweiten theologischen Prüfung ordinierter Vikar an der Kirche St. Nikolai (Straßburg)
Im Jahr 1905 erfolgte durch die Pariser Missionsgesellschaft aufgrund seiner liberalen theologischen Ansichten die Ablehnung zum Missionar. 
Daraufhin studierte er bis 1913 Medizin in Straßburg. Sein Ziel war es, als Missionsarzt in Französisch-Äquatorialafrika (Heute: Gabun, Kongo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik) tätig zu werden.  Bedingt durch seine Dozententätigkeit an der Universität Straßburg war eine Immatrikulation nur durch eine Sondergenehmigung durch die Regierung möglich. 
1912 Approbation als Arzt. Im gleichen Jahr erlangte der den Professorentitel für seine "anerkennenswerten wissenschaftlichen Leistungen. 
1913 folgte seine medizinische Doktorarbeit.
Im Jahr 1912 heiratete er die Lehrerin Helene Bresslau (1879 - 1957), Tochter des jüdischen Harry Bresslau. Mit ihr hatte er eine Tochter (Rhena Schweitzer-Miller, 1919-2009).
1913 gründete er am Fluss Ogooué in Gabun ein Lazarett. In Folge des Ausbruchs der ersten Weltkriegs wurde er gemeinsam mit seiner Frau von der französischen Armee wegen ihrer deutschen Staatsangehörigkeit unter Hausarrest gestellt. 1917 wurde Albert Schweitzer, erschöpft und unter einer tropischen Anämie leidend, gemeinsam mit Helene verhaftet und in Frankreich bis Juli 1918 interniert. Er nutzte die Zeit zur Entwicklung und dem Ausbau seiner Ethik "Die Erfurcht vor dem Leben".
Nach ihrer Freilassung kehrten zu zunächst ins Elsass zurück, das jetzt wieder zu Frankreich gehörte, und nahm die französische Staatsbürgerschaft an, obwohl er sich als Elsässer und "Weltbürger" bezeichnete. Im gleichen Jahr nahm er seine Arbeit als Vikar in St. Nikolai an, zusätzlich arbeitete er als Assistenzarzt im Straßburger Spital.
Ab 1920 hielt er dank des schwedischen Bischofs Nathan Söderblom in Schweden Vorträge über seine Ethik halten. Um seine Schulden, die er hauptsächlich durch den Bau des Hospitals angehäuft hatte, zu zahlen, hielt er Orgelkonzerte. Dadurch war er auch in der Lage, Geld für seine Rückkehr nach Afrika zu sparen.
1924 kehrte er zurück an den Ogooué und baute sein Hospital weiter aus. 
1932 hielt Schweitzer eine Rede zum 100. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe. In dieser warnte er eindringlich vor den Gefahren des aufkommenden Nationalsozialismus. Einladungen von Joseph Gobbels, sich dem Nationalsozialismus anzuschließen, lehnte er "mit afrikanischem Gruß" als Antwort auf die Schlussworte der Einladung "mit deutschem Gruß" ab.
Im Jahr 1952 erhielt Albert Schweitzer den Friedensnobelpreis, den er 1954 entgegennahm. In seiner Dankesrede sprach er sich für eine generelle Verwerfung von Krieg aus. 
Am 11. Juli 1957 starb seine Ehefrau Helene in Zürich.
1961 wurde er zum Ehrenmitglied der mit unitarischen Kirche Nordamerikas verbundenen Church of the Larger Fellowship ernannt.
1964 übertrug Schweitzer die Leitung seiner Klinik dem Schweizer Arz Walter Munz.


..… Fortsetzung folgt.