Haussknecht, Emma

Assistentin von Dr. Albert Schweitzer seit 1925


Haussknecht, Emma
Kurz & Kompakt
Geburtstag:14. November 1895
Geburtsort:Kolmar
Geburtsland:Frankreich
Sterbedatum:4. Juni 1956
Sterbeort:Straßburg
Sterbeland:Frankreich
* 14. November 1895 in Kolmar (Frankreich)
4. Juni 1956 in Straßburg (Frankreich)

Biographie:

Emma Haussknecht wurde am 14.11.1895 in Colmar, damals Teil des Reichslandes Elsass-Lothringen nahe der heutigen deutschen Grenze geboren. [1]

Sie war Krankenschwester, Lehrerin und Logistikerin – und offenbar überdurchschnittlich abenteuerlustig.
Fernreisen in entlegene Gebiete waren für eine Frau Anfang des 20. Jahrhunderts sehr ungewöhnlich.
Ihre Stellung und Karrieremöglichkeiten als Lehrerin gab sie auf, um sich aus humanitären Gründen uneigennützig in den Dienst der Leidenden zu stellen und gemeinsam mit Albert Schweitzer in dessen Tropenkrankenhaus in Zentralafrika zu arbeiten. [2]
1924 begleitete sie, gemeinsam mit ihrer Kollegin Mathilde Kottmann (die 40 Jahre an der Seite Schweitzers arbeitete [2]), dem Geologiestudenten Noël Gillespie und den beiden Ärzten Dr. Neßmann und Dr. Lauterburg, Albert Schweitzer zu dessen zweiten Aufenthalt nach Lambaréné in Gabun, um ihm dort als Krankenschwester in dem von ihm gegründeten Tropenkrankenhaus zu assisitieren. [3]

1931 verließ Emma Haussknecht, Spitzname "Bummele" [4], gemeinsam mit ihrer Kollegin Anna Schmitz, kurzzeitig die Klinik in Lambaréné, um eine Rundreise durch den Süden Gabuns zu machen. Sie war bestrebt, Land und Leute authentisch kennen zu lernen, der Bevölkerung näher zu kommen und sich um die Kranken zu kümmern.
Begleitet von Führern und Gepäckträgern dauerte diese beschwerliche Reise drei Monate; sie brachte dabei 300 Kilometer, teils zu Fuß, teils mit der Piroge hinter sich.
Nach ihrer Rückkehr verfasste sie einen bemerkenswerten Text, der auch im British Bulletin No. 7 des Dr. Schweitzer Hospital Funds veröffentlicht wurde. [5]
Emma Haussknecht stand Albert Schweitzer als eine der treuesten Mitarbeiterinnen schließlich insgesamt 30 Jahre zur Seite.
Ein reger Briefverkehr mit der renommierten Pädagogin und Psychologin Susanne Engelmann bietet Einblicke in jene Zeit. [6]

Sie starb am 4.6.1956 in Straßburg [1] und wurde am Friedhof des Krankenhauses in Lambaréné beigesetzt. [7]

Bis heute ist dieses Krankenhaus richtungsweisend in der Region und seit 2009 für die Auszeichnung "UNESCO Weltkulturerbe" nominiert. [8]

 

Quellenangaben:


[1] Reichenbecher Almut/Hermann, Emma Haussknecht: 1895 – 1956; 30 Jahre mit Albert Schweitzer in Lambaréné; eine Biographie, 2. erg. und erw. Aufl., in "Deutsche Biographie", hbz-Verbundkatalog, Berlin, 2007
[2] Nies-Berger Edouard, Albert Schweitzer as I knew him, Pendragon Press, New York, 2003, S. 35
[3] Suermann Thomas, ALBERT SCHWEITZER als "homo politicus", Dissertation, BWV, Berlin, 2012, S. 50
[4] Wolf Roland, Albert Schweitzers Erben, Beiträge zur Albert-Schweitzer-Forschung, Band 12, Lit Verlag Dr. W. Hopf, Berlin, 2018, S. 57
[5] vgl. Archive des Albert Schweitzer Hauses in Gunsbach (https://www.atelier-culturel-schweitzer-lambarene.org/2015/05/26/emma-hausknecht-anna-schmitz-l-enqu%C3%AAte-commence/ vom 3.9.2019)
[6] vgl. Haussknecht, Emma: Konvolut an Briefen an Susanne Engelmann (Nachlass Peter Engelmann), Deutsche Nationalbibliothek, Berlin, 1950
[7] https://www.evangelisch.de/inhalte/90067/21-11-2013/zehn-protestanten-und-ihre-letzten-ruhestaetten (vom 4.9.2019)
[8] http://whc.unesco.org/en/statesparties/ga (vom 4.9.2019)