August der Starke sächsicher Herzog und Kurfürst, König von Polen-Litauen


August der Starke
Kurz & Kompakt
Beruf:sächsicher Herzog und Kurfürst, König von Polen-Litauen
Geburtstag:12.5.1670
Geburtsort:Dresden
Geburtsland:Deutschland
Sterbedatum:1.2.1733
Sterbeort:Warschau
Sterbeland:Polen
* 12.5.1670 in Dresden (Deutschland)
1.2.1733 in Warschau (Polen)

Biographie:

August der Starke war sächsicher Herzog und Kurfürst, und ab 1697 König von Polen-Litauen.

Das Leben August des Starken

Die Frau von Johan Georg III. Herzog von Sachsen, Anna Sophia von Dänemark und Norwegen, schenkte ihrem Mann am 12. Mai 1670 in Dresden einen Sohn mit Namen Friedrich August I.. Seine ersten Jahre verbrachte er bei seinem Großvater Johan Georg II., dem Kurfürst von Sachsen und Erzmarschall des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Hier beeindruckte ihn der prachtvoll Hof und das Leben im Luxus. [1]

Der Sohn des Herzog von Sachsens ging im Alter von 17 Jahren mit seiner Mutter auf Reisen, die aber schon nach 2 Jahren abgebrochen wurde, da er auf Befehl seines Vaters wieder zurück an den Hof kommen sollte. [2]

Im Alter von 24 Jahren bestieg August den kursächsischen Thron, nachdem sein Bruder verstarb. Der Kurfürst heiratete Christiane Eberhardine, Prinzessin von Brandenburg-Bayreuth und bekam mit ihr einen Sohn, Fridrich August II.
Der Kurfürst bestieg 1697 den polnischen Thron, nachdem er zum Katholizismus übertrat. In Polen wurde die Krone nicht vererbt, sondern der Thronfolger wurde durch Adlige gewählt. [3]

Im Jahr 1733 starb der Herrscher an einem Schwächeanfall im Alter von 62 Jahren.


August der Starke und die Kunst

Da August im Grunde nicht den kursächsischen Thron besteigen sollte, verlief sein Leben etwas lockerer als das seines Bruders. Er konnte viel reisen und lernte hier auf seiner Reise zur \\\\”Einführung des Prinzen August\\\\” an den europäischen Höfen die Kultur und Architektur der fernen Länder kennen. [2] Seine Reise führte ihn unter anderem nach Paris, Portugal, Spanien, England, Mailand, Venedig und nach Innsbruck und Wien.

Er war beeindruckt von den Bauten der südlichen Länder und wollte diese auch in seiner Stadt, um sein Leben und damit auch seine  Feste in diesen Bauten zu zelebrieren. Somit entstanden Bauwerke, welche noch heute das Bild der Landeshauptstadt Sachsens prägen, wie der Dresdner Zwinger, die Neumarkt-Anlage, das Japanische Palais, das Schloss und die Gärten in Pillnitz. [3]
Hinter diesen Bauwerken blieb die Malerei etwas zurück. Trotz dessen, hat Friedrich August I. die berühmte Dresdner Sammlung, vor allem das Grüne Gewölbe, weiter ausgebaut. [3]


August der Starke und das zerbrechliche Porzellan

Johann Friedrich Böttger, seines Zeichens Alchemist, behauptete, Gold herstellen zu können. Als der Kurfürst dies hörte, wollte er, dass Böttger ihm Gold herstellt. Dem Alchemisten gelang es nicht. Dafür erfanden er und Walther von Tschirnhaus bei ihren Experimenten das europäische Porzellan, was heutzutage auch als \\\\”Weißes Gold\\\\” bezeichnet wird.

Ende des 16. Jahrhunderts begannen im Land Sachsen Manufakturen zu arbeiten, die eine höhere Produktivität als kleine Handwerksbetriebe hatten. Der Kurfürst wollte die Porzellanherstellung auch in einem professionellen Rahmen betreiben lassen, und so erlies er am 7. März 1710 eine Verordnung, das auf der Albrechtsburg zu Meißen eine Porzellan-Manufaktur eingerichtet werden sollte. [4]

Die Albrechtsburg wurde gewählt, da es hier nur einen Zugang über die Schlossbrücke gab. So konnte man das Geheimnis  der Herstellung bewahren. Auch waren die Produktionsanlagen gut abgeschirmt von der Öffentlichkeit untergebracht. Nicht zu vergessen war, dass die Rohstoffe zur Porzellanherstellung in der Nähe vorgefunden wurden. Am 6. Juni 1710 begann die Manufaktur mit der Herstellung des Porzellans. Zu Beginn des Betriebes wurde das braune Steinzeug hergestellt, aber nur drei Jahre später konnte das erste weiße Porzellan angeboten werden. [4]

Zu Beginn der Herstellung hatte die Manufaktur noch kein Markenzeichen. Erst im Jahr 1720 wurde AR als Markenzeichen eingeführt, wobei das AR für Augustus Rex (August der König) steht. Ab 1723 wurden als Markenzeichen die gekreuzten blauen Schwerter genutzt. Diese stellen die Kurschwerter dar, die jeder Kurfürst in seinem Wappen tragen durfte. [5]


Die Legende des ersten Alkoholtesters von August dem Starken

Zwischen Meißen und Dresden war zu Zeiten August des Starken täglich ein Kurier mit wichtiger Post unterwegs. Diese zu überbringende Post war meist ramponiert, auch kam der Depeschenreiter meist zu spät am Hofe in Dresden an. August war daher überzeugt, dass die Reiter auf ihrem Weg Richtung Dresden dem bekannten Meißner Wein zugesprochen haben. [6]

August überlegte sich, den Depeschenreitern ein sehr leicht zerbrechliches Gebäck mitzugeben und befahl der Meißner Bäckerinnung, so ein Gebäck herzustellen. Dieses Gebäck sollten die Kuriere auf ihrem Weg zwischen Meißen und Dresden transportieren, um so zu beweisen, dass sie nicht dem wohlschmeckenden Meißner Wein verfallen sind. [6]

Das war die Geburtsstunde der Meißner Fummel, einem hauchdünnen Gebäck aus sehr leichtem Teig, und auch die Geburtsstunde des ersten \\\\”Alkoholtesters\\\\”.


Quellenangaben:

[1] Czok, Karl: August der Starke und seine Zeit: Kurfürst von Sachsen, König in Polen, 6. Auflage, Piper-Verlag, München, 2006, S.19 f.
[2] Czok, Karl: August der Starke und seine Zeit: Kurfürst von Sachsen, König in Polen, 6. Auflage, Piper-Verlag, München, 2006, S.30
[3] Kretzschmar, Hellmut: Friedrich August I., in: Neue Deutsche Biographie 5, 1961, S.572 f.
[4] Brandes, Heinz: Meißen – die Stadt des Porzellans, in Ausstellungskatalog des Österreichischen Museums für angewandte Kunst, 24. November 1982 bis 30. April 1983, 1. Auflage, Druckhaus Vorwärts Ges.m.b.H., Wien, 1982, S.9-14
[5] Brandes, Heinz: Die blauen Schwerter, in Ausstellungskatalog des Österreichischen Museums für angewandte Kunst, 24. November 1982 bis 30. April 1983, 1. Auflage, Druckhaus Vorwärts Ges.m.b.H., Wien, 1982, S.80
[6] Bäckerei Zieger: Die Meißner Fummel, Faltblatt zur Meißner Fummel